Enzensberger, Hans Magnus

(* 11. November 1929 in Kaufbeuren)

Enzensberger trat und tritt als einer der prägenden Publizisten, Dichter, Schriftsteller, Dramatiker, Radiomann, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur hervor. Weitere Werke des überaus produktiven Autors erschienen unter den Pseudonymen Andreas Thalmayr, Linda Quilt, Elisabeth Ambras, Giorgio Pellizzi, Benedikt Pfaff, Trevisa Buddensiek sowie Serenus M. Brezengang.

Enzensberger nahm seit 1955 (Bebenhausen) an mehreren Tagungen der Gruppe 47 teil. Im selben Jahr wurde er mit einer Arbeit über Clemens Brentanos Poetik promoviert. Bis 1957 arbeitete Enzensberger für Alfred Andersch als Hörfunkredakteur beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Auch in den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Radio-Essays, u.a. in den Bereichen Medien- und Sprachkritik. Eine Sammlung dieser Arbeiten erschien 1962 (Einzelheiten I und II). Bereits 1957 publizierte Enzensberger auch seinen ersten Gedichtband die verteidigung der wölfe. Ab 1957 arbeitete er als freier Schriftsteller in Norwegen, ging dann 1959 für ein Jahr nach Italien, arbeitete 1960 als Lektor beim Suhrkamp Verlag und zog sich 1961 auf eine Insel im Oslofjord zurück. 1963 erhielt er bereits den äußerst renommierten Büchner-Preis. Ein Fellowship an der Wesleyan University brach er 1968 nach drei Monaten unter Protest gegen die US-Außenpolitik ab und ging für ein Jahr nach Kuba. Von 1965 bis 1975 gab Enzensberger die Zeitschrift Kursbuch heraus, 1980 gründete er das Kulturmagazin TransAtlantik, 1985 bis 2007 gab er zusammen mit Franz Greno die Buchreihe Die Andere Bibliothek heraus.

Enzensbergers Interesse gilt der Literatur, der Politik und der Gesellschaft (die er mit äußerst scharfsichtigen und undogmatischen Analysen bedacht hat), aber auch der Naturwissenschaft, insbesondere der Mathematik – und der Kinder- und Jugendliteratur. Zuletzt erschienen 2015 gleich 4 Bücher: Versuche über den Unfrieden, Gedichte 1950–2015, Immer das Geld! und eine neue Übersetzung von Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry.

Einige seiner bekanntesten älteren Bücher:

Museum der modernen Poesie (als Hrsg.). 1960

Deutschland, Deutschland unter anderm. Äußerungen zur Politik. 1967

Das Verhör von Habana. 1970

Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman. 1972

Der Untergang der Titanic. Eine Komödie. Versepos. 1978

Der Menschenfeind von Molière. Nachdichtung. 1979

Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen (unter dem Pseudonym Andreas Thalmayr). 1985

© Felix Koenig

Sie fanden mich am Jubiläumswochenende:

Samstag, 16:00 – 18:00, Fraunhofer Forschungscampus / Konferenzsaal, Podium: Gruppe 47 – Was bleibt?
Sonntag, 14.30 – 15.30, Burg Waischenfeld / Burghof Zelt, Lesung: Unveröffentlichte und übersetzte Gedichte

Fotos: Stefan Dörfler, Drummer-Arns, Karla Fohrbeck, Frank Piontek

Veröffentlichungen